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Tipps für Abenteuer bei kaltem Wetter und Erste Hilfe für Hunde

Es gibt nichts Schöneres, als mit deinem Hund durch frischen Schnee zu stapfen oder die ersten Sonnenstrahlen auf verschneiten Wegen zu genießen. Doch die Kälte bringt auch einige Herausforderungen mit sich: weniger Tageslicht, nasses Wetter und die Gefahr, dass Outdoor-Aktivitäten nicht wie geplant verlaufen. Zwar bietet der Winter unzählige Spielvarianten, doch er macht auch eine spezielle Winterausrüstung für Hunde erforderlich, die durch winterliche Wetterbedingungen entstehenden Risiken entgegenwirkt. 

Eine gute Vorbereitung ist unerlässlich, denn eine scharfe Skikante oder eine vereiste Bachquerung kann eine Tour abrupt beenden. Die folgenden Hinweise helfen dir, für Notfälle im Gelände gerüstet zu sein, damit dein Hund sicher unterwegs ist.

Bronwyn und Freund mit Hund Arnie im Powder Hound und Hi & Light-Geschirr in den Bergen.

Fotos bereitgestellt von Ruffwear-Botschafterin Dr. Bronwyn Fullagar

Berücksichtige das Schichtprinzip 

Zunächst sollten du die Kältetoleranz deines Hundes einschätzen. Nicht alle Hunde verfügen über ein dickes Winterfell. Während arktische Rassen (Huskys, Malamuten) und ihre wilden Vorfahren (Wölfe, Kojoten) von Natur aus ein eigenes Schichtsystem haben, benötigen andere möglicherweise zusätzliche Dämmung, junge Welpen und ältere Hunde frieren schneller als ein durchschnittlicher erwachsener Hund, und sehr kleine Hunde kühlen schneller aus als größere. Hunde mit kurzem Fell profitieren bei niedrigen Temperaturen besonders von einer dämmenden Schicht.

Beginne mit kurzen „Test“-Ausflügen im Freien, bei denen ihr die Möglichkeit habt, frühzeitig umzukehren oder euch drinnen aufzuwärmen. So kannst du einschätzen, wie lange er sich bei unterschiedlichen Temperaturen draußen wohlfühlt. Dabei ist es immer sinnvoll, eine oder zwei zusätzliche Kleidungsschichten einzupacken, für den Fall der Fälle.

Vorbeugung und Behandlung von Unterkühlung

Dies ist ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand, bei dem die Körperkerntemperatur eines Hundes unter 35 °C absinkt. Besonders gefährdet sind Hunde, die sich über längere Zeit draußen aufhalten - insbesondere bei nassem oder windigem Wetter-, erschöpft oder hungrig sind oder sich kaum bewegen. 
 
Typische Anzeichen: Starkes Zittern, das später ganz aufhört, Benommenheit oder Lethargie, Schwäche sowie Fell und Haut, die sich kalt anfühlen. In fortgeschrittenen Fällen können eine verlangsamte Herzfrequenz, blasse Schleimhäute, Koordinationsprobleme bis hin zur Bewusstlosigkeit auftreten.

Achte auf Anzeichen von Erfrierungen

Bei niedrigen Temperaturen (< 0 °C) verringern sowohl der menschliche als auch der tierische Körper die Blutzufuhr zu den Extremitäten, um die Wärme in der Nähe der lebenswichtigen Organe im Körperinneren zu erhalten. Eine längere Unterbrechung der Blutzufuhr kann zu schwerwiegenden Verletzungen und sogar zum Absterben dieser Bereiche führen. Besonders gefährdet sind die Ohren, die Nase, die Schwanzspitze und die Vorhaut der Hunde. Aufgrund der einzigartigen Blutzirkulation (Blutfluss) der Hunde, die der von Wölfen und Polarfüchsen sehr ähnlich ist, kann es nicht zu Erfrierungen an den Pfoten kommen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es an anderen Körperstellen nicht dazu kommen kann.
 
Typische Anzeichen:
Blasse, graue oder bläuliche Verfärbung der Haut an den Extremitäten, Kälte oder Sprödigkeit des Bereichs bei Berührung, Schmerzen und Schwellungen beim Aufwärmen der Bereiche, Blasen oder Hautgeschwüre, geschwärzte oder abgestorbene Haut (Tage nach der Kälteexposition
 
Behandlung: Wenn du den Verdacht hast, dass dein Hund Erfrierungen erlitten hat, solltest du sofort einen Tierarzt aufsuchen. Behandle die Unterkühlung (siehe oben). Du kannst versuchen, die erfrorene Haut in deinen Händen vorsichtig zu erwärmen. Das Wiederaufwärmen muss jedoch langsam erfolgen, um weitere Gewebeschäden zu vermeiden. Verhindere unbedingt, dass dein Hund an den erfrorenen Stellen leckt oder knabbert. Verzichte auf die Gabe von Schmerzmitteln für Menschen – diese sind für Hunde in der Regel ungeeignet und können den Zustand verschlimmern.
 
Vorbeugende Maßnahmen: Halte die Körperkerntemperatur deines Hundes stabil, zum Beispiel mit einem Hundemantel wie der Vert™ oder der Powder Hound™ Hundejacke, und überwache sie aufmerksam. Berücksichtige die oben genannten Hinweise zur Vorbeugung und Behandlung von Unterkühlung. Vermeide längere Aufenthalte bei extrem kalten Temperaturen – insbesondere bei windigen Bedingungen und bei Hunden mit kurzem Fell

Ein Mann und ein Hund laufen über einen schneebedeckten Hügel und sind bereit für die Abfahrt.

Pfotenverletzungen und Schnittwunden

Zu den häufigsten Winterverletzungen bei Hunden, die sich ins offene Gelände begeben, zählen Schnittwunden durch scharfe Skikanten. Raue Schnee- und Eisoberflächen können zudem Abschürfungen verursachen, während Streusand und Salz zu Reizungen führen und Schnitte an den Ballen oder eingerissene Krallen begünstigen. Was zunächst wie eine harmlose Verletzung wirkt, kann schnell ernster werden, wenn sich dadurch die Rückkehr zum Auto verzögert. Ein kleines Erste-Hilfe-Set (siehe unten) für deinen Hund kann in solchen Situationen sehr hilfreich sein.

Die häufigsten Anzeichen für Verletzungen an Pfoten und Unterschenkeln sind Hinken oder Lahmheit. Nicht jede kleine Schnittwunde führt zu Lahmheit, manchmal lässt sich auch Blut im Schnee erkennen. Wenn dein Hund hinkt, lass ihn von einer anderen Person festhalten und untersuche seine Beine und Pfoten sorgfältig. Entferne Schnee aus den Zwischenräumen der Pfoten und prüfe die Krallen. Wenn du keine Wunde oder abgerissene Kralle erkennst und sich kein Schnee zwischen den Zehen befindet, kann es sich um eine Weichteilverletzung (Sehne oder Band) handeln
 
Behandlung: Bei Verletzungen oder Reizungen an Pfoten, Ballen oder Krallen entferne zunächst den Schnee zwischen den Zehen, trockne die Pfote nach Möglichkeit ab und ziehe dem betroffenen Fuß einen Hundestiefel an. Möchte dein Hund weiterhin nicht auf dem verletzten Bein laufen, solltest du eine Rückkehr zum Ausgangspunkt der Tour in Erwägung ziehen. Bei Schnittwunden weiter oben an den Gliedmaßen lege einen sterilen Verband an (normale Gaze ist ausreichend) und fixiere ihn mit einer selbsthaftenden Bandage (z. B. Vetrap aus dem Erste-Hilfe-Set). Dieser Verband dient nur als Übergangslösung und sollte maximal zwei Stunden angelegt bleiben. Suche nach der Rückkehr so schnell wie möglich einen Tierarzt auf.
 
Vorbeugung: Der beste Weg, Schnittverletzungen durch Skikanten zu vermeiden, ist, deinem Hund beizubringen, bergab hinter der Gruppe und mit sicherem Abstand zu den Skiern zu laufen. Bist du auf geräumten oder gesalzenen Wegen unterwegs, sind Hundestiefel eine gute Möglichkeit, die Ballen deines Hundes vor Reizungen zu schützen. Modelle wie die Polar Trex™ Hundestiefel helfen zudem dabei, zu verhindern, dass sich Schnee und Eis zwischen den Zehen festsetzen. Hältst du die Haare zwischen den Zehen kurz und trägst vor dem Losgehen Vaseline oder eine spezielle Pfotenschutzsalbe (wie sie von Hundeschlittenführern verwendet wird) auf, lassen sich Schneeklumpen ebenfalls reduzieren.

Ein Hund trägt Polar-Trex-Stiefel im Schnee und genießt jeden Moment.

Lege dir einen Notfallplan zurecht
 
Bevor es ins Gelände geht, ist es wichtig, auch den Ernstfall mitzudenken: Wie kommt ihr zurück, wenn sich dein Hund verletzt und nicht mehr laufen kann? Kannst du oder jemand aus der Gruppe ihn tragen? 
 
 Es kann in solchen Situationen äußerst hilfreich sein, wenn man größere Hunde darauf trainiert hat, über den Schultern getragen zu werden. Für kleine und mittelgroße Hunde erleichtert ein gut sitzendes Geschirr mit breitem Brustpanel und Haltegriff das Tragen erheblich. Ein Geschirr ist außerdem praktisch, wenn dein Hund im Tiefschnee stecken bleibt oder Hilfe benötigt, um aus einer schwierigen Position herauszukommen.

Frau verwendet mit ihrem Hund das Omnijore-Hundejöring-System auf Langlaufloipen.

Winter-Notfallkit
 
Mit einem Winter-Notfallkit für den Hund, das Erste-Hilfe-Material enthält, bist du für Notfälle und Wetterumschwünge gerüstet. Folgende Basics sollten darin enthalten sein: 
 
Leine (nicht ausziehbar)
Jacke (plus eine Ersatzjacke für längere Abenteuer)
Stiefel
Geschirr mit Tragegriff
Wasser
Energiereiche Hundesnacks
Wassernapf
Kleine Isoliermatte
Schiene (aus Aluminium oder Kunststoff, häufig in Erste-Hilfe-Sets für Menschen enthalten)
Selbsthaftende Bandage („Vetrap“, farbig, elastisch, erhältlich in Tierarztpraxen)
Steriler Verband oder Gaze zum Auflegen auf Wunden
Vaseline oder Hundepfotensalbe
Bandage oder Dreieckstuch zum Anlegen eines Maulkorbs (jeder Hund, der Schmerzen hat, kann beißen)

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Die spezialisierte Tierchirurgin Dr. Bronwyn Fullagar lebt und arbeitet in Canmore, Alberta. Wenn sie nicht in der Praxis ist, erkundet sie gemeinsam mit ihrem motivierten Hund Arnie die kanadischen Rocky Mountains zu Fuß oder auf Skiern. Folge ihr auf ihrer tierärztlichen Entdeckungsreise und @drbronfullagar.